Reifenwechsel: Mehr Profil reduziert Unfallgefahr
Reifenwechsel: Mehr Profil reduziert Unfallgefahr
Winterwetter ist Unfallwetter. Entsprechend dem aktuellen Unfallbericht des Statistischen Bundesamtes machte sich der Einfluss der Witterung im vergangen Jahr besonders im Januar, Februar und Dezember bemerkbar.
Die immensen winterlichen Straßenverhältnisse führten dazu, dass in diesen Wintermonaten 11 Prozent mehr Unfälle als zur selben Zeit des Vorjahres verzeichnet wurden. Allerdings handelte es sich hierbei vorwiegend um Blechschäden. Die glatten Straßen, Schneedecken oder Verwehungen veranlassten die Fahrzeugführer häufig zu langsamerem Fahren. Fußgänger oder Fahrradfahrer nehmen bei solchem Wetter grundsätzlich weniger häufig am Straßenverkehr teil, wodurch die Unfallschwere insgesamt abnimmt.
Viele Unfälle kommen allein dadurch zustande, dass Fahrzeuge mit unzureichender Bereifung ausgestattet sind. Nachweislich erhöhen Winterreifen, die mindestens eine Profiltiefe von vier Millimetern aufweisen, die Sicherheit auf rutschiger Fahrbahn. Je mehr Haftung der Reifen auf dem Untergrund hat, desto kürzer ist der Bremsweg. Dies kann - bei zusätzlich geringem Tempo - das Unfallrisiko erheblich schmälern.
In Deutschland gibt es bisher keine Pflicht im Winter spezielle Reifen aufzuziehen. Vorgeschrieben ist lediglich eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern. Bei winterlichen Straßenverhältnissen ist das allerdings nicht ausreichend. Sich zu dieser kalten Jahreszeit gar mit Sommerbereifung durchzuschlagen, kann auch teuer werden: Kaskoversicherer haben das Recht, diese Handlung als grob fahrlässig anzusehen. Sie sind dann nicht verpflichtet, mögliche Schäden im vollen Umfang zu erstatten.
Beim Reifenwechsel sind zudem Gewissenhaftigkeit und Umsicht geboten. Verwenden darf man nur solche Reifen, die auch für das eigene Fahrzeug zugelassen sind. Im Fahrzeugschein ist dies unter den Ziffern 20 bis 23 verzeichnet. Wer den Wechsel nicht beim Profi erledigen lässt oder vielleicht nicht daran denkt, die Schrauben auch einige Tage nach der Umbereifung nochmals zu kontrollieren, riskiert, andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr zu bringen.
Solche Schäden an Passanten oder fremden Fahrzeugen, die durch abhanden gekommene Reifen entstehen können, zahlt im Fall des Falles die eigene Kfz-Haftpflicht. Fügt man seinem Pkw beim „Do-it-yourself“- Reifenwechsel Schäden zu, zahlt dies übrigens die Vollkasko-Versicherung. Für das Folgejahr ist dann jedoch auch mit einer höheren Prämie beim Kasko-Versicherer zu rechnen.
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